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Autor: Andrea Walter

Der Öko Gedanke wird heute von vielen Menschen groß geschrieben, einschließlich von meiner Wenigkeit. Für die einen ist „bio“ ein Trend, für die anderen eine Ideologie, für die meisten ist „bio“ irgendetwas dazwischen, denn bei einer Sache herrscht weitgehend Einigkeit: Je schadstofffreier, desto besser für uns und unsere Umwelt – keine Frage! Doch wie weit gehen die „Hardcore-Ökos“ um ihrem Lebensstil treu zu bleiben? Schon nach wenigen Klicks im „weird wide web“ war mir klar, was für ein breites und ungeahntes Spektrum an Bio-Sex auf mich wartete.

Zuerst machte ich mit der Yamswurzel Bekanntschaft, welche ich auf einem Blog, mit dem klingenden Namen „Die Geheimnisse der Rohkost“, gefunden habe. Dort wird die geheimnisvolle Wurzel, bei einem „gesunden und rohköstlichen Lebensstil“, so steht es auf dieser Seite, als „97%er-100%er Schutz vor Schwangerschaft“ beworben. „Pille ade“, heißt es dort, denn Yamswurzelkapseln sollen die neue Bio-Pille sein. Sicher ist, dass die Yamswurzel die Pflanze mit dem wohl höchsten Progesterongehalt ist. Deshalb wird diskutiert, ob sie sich erfolgreich als Verhütungsmittel einsetzen lässt. Progesteron ist ein Gestagen (Gelbkörperhormon), welches im weiblichen Körper nach dem Eisprung, also während der unfruchtbaren Tage, gebildet wird. Bei Völkern Nord- und Mittelamerikas ist die Yamswurzel als Verhütungsmittel bekannt. Heimische Frauenärzte raten jedoch davon ab, da es dazu keine verlässlichen Untersuchungen und Studien gibt. Darüber, wie viele Yamswurzelkinder in der Zwischenzeit gezeugt worden sind, gibt es vermutlich ebenso keine verlässlichen Studien.

Es gibt also leider keine zuverlässige Bio-Pille. Nun liegt es am Mann, der ungewollten Elternschaft entgegenzuwirken. Wie sieht es aus mit Bio-Kondomen? Ja, liebe Biofreunde, die gibt es tatsächlich. Die gute Nachricht ist, dass dieses Kondom von euch kreativen Männern selbst gebastelt werden kann. Im Internet findet ihr viele „Bauanleitungen.“ Doch die Sache hat nicht nur für Männer mit zwei linken Händen und einem spontanen sexuellen Bedürfnis einen Haken, sondern vor allem für Vegetarier und Tierschützer: Das Verhüterli soll nämlich aus Schafsdarm hergestellt werden. In diversen Internetforen wird ernsthaft darüber diskutiert. Echte Naturburschen finden auf der Seite MUVS- Dem „Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch“, eine Bastelanleitung. Ob nach Fertigstellung des Kondoms eure Frau noch in erregter Stimmung sein wird, wage ich jedoch zu bezweifeln. Für Paare mit weniger Bastelleidenschaft, und mehr spontaner Leidenschaft füreinander, gibt es im gut sortierten Drogeriehandel übrigens bereits fertige „Bio-Kondome“, ohne Schaf. Gott sei Dank!

Dämmen wir nun das Licht und legen stimmungsvolle Musik auf, denn jetzt wird es erotisch. Das Kleid aus merzerisierter Biobaumwolle wird andeutungsweise über die Hüften gestreift. Aber Moment, was trägt die Öko-Sexgöttin eigentlich drunter, fragt ihr euch vielleicht? Ich habe für euch nachgesehen! Seide ist ohne Zweifel ein herrlich schönes, und sexualisiertes Material, ein Naturprodukt. Doch Seide wird von vielen Veganern, aus verständlichen Gründen und völlig zurecht, abgelehnt. Heute gilt: Nicht nur geil, sondern auch fair und ethisch korrekt. Daher werden auf Modemessen vermehrt Dessous aus Bambus, Soja, Hanf oder recyceltem Altpapier präsentiert. Leider sind viele dieser Stücke sehr hochpreisig, und auch leider nicht in jedem Provinz-Bioladen oder Reformhaus verfügbar. Die alternative ist Nackheit. Damit fährt man grundsätzlich ohnehin am besten.

Da hast du dich so schön entblättert, deinem Schatz verführerisch das Soja-Höschen entgegen geworfen, da bekommt er ganz plötzlich einen hartnäckigen Niesanfall. Oje. Du wusstest bis dahin nichts von seiner Soja-Allergie. Aber was soll´s? Selbst ist die Frau! Sogar für empfindliche Bio-Schleimhäute gibt es nämlich das passende Bio-Sextoy Sortiment, selbstverständlich alles schadstofffrei und fair produziert. Wo Tischler Waldmichl einst noch Engelsfiguren aus ökologischem, mondgeschlägertem Holz geschnitzt hat, wandern heute Dildos und Plugs über die Werkbank. Keine Sorge bei Holzdildos, die müssen selbstverständlich nicht einmal im Jahr abgeschliffen oder neu lasiert werden, allenfalls vor dem Gebrauch ein wenig geölt. Eine Alternative zu Holzdildos sind Sextoys aus Glas, Naturstein, Stahl oder Keramik, alles garantiert frei von Weichmachern die ihre giftigen Bestandteile abgeben. Sämtliche dieser Toys gibt es mit wiederaufladbaren Batterien. Für diejenigen die gerne auf Batterien verzichten möchten, gibt es alternativ auch Modelle mit Kurbelantrieb. Ernsthaft.

Weitere Ideen und Anregungen im Sinne eines positiven sexuell-ökologischen Fußabdruckes wären wie folgt: Sex im Dunklen, vor/nach/während dem Sex nicht duschen, den Fernseher abgedreht lassen sowie Sex im Auto bei laufendem Motor unterlassen und stattdessen lieber auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen.

Sex ist, wie wir nun alle wissen, eine globale Angelegenheit, mag unsere Schlafzimmertür auch noch so fest verschlossen sein. In diesem Sinne: Tut es, aber tut es nachhaltig, fair und ökologisch, denn im Herzen sind wir doch alle ein wenig „biosexuell“, oder?

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Yams

http://de.muvs.org/topic/eine-anleitung-fuer-ein-schafsdarm-kondom/

https://netzwerkfairemode.wordpress.com/tag/eco-dessous/

http://www.waldmichlsholdi.de/

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/mit-dem-oeko-vibrator-aus-der-klima-krise-aid-1.2011622

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