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Nun bin ich doch tatsächlich eine von rund 20.000 österreichischen EnergethikerInnen. Wenn Sie sich fragen, welche „Behandlungsmethode“ mit meinem skeptischen Denken kompatibel ist, so kann ich Ihnen eine knappe Antwort geben: Keine.

Was in diesem Sommer als Jux mit einem Satirebeitrag begann, der mehr als 1000 Leser belustigt hat (GWUP Blog hat darüber berichtet), hat sich inzwischen zu einem ernsthaften Projekt weiterentwickelt. Als Mitglied der Skeptikerbewegung, und auch bereits vor meinem GWUP-Beitritt, habe ich mich im Kampf gegen die esoterische Konsumentenabzocke engagiert und auf Humbug und Scharlatanerie aufmerksam gemacht.

Der Satire-Beitrag, in dem ich im Sommer von meiner Gewerbeanmeldung berichtet habe, hat prompt dazu geführt, dass ich an die WKO verpfiffen wurde. In einem Brief wurde ich dazu aufgefordert, meine „diffamierenden Äußerungen“ unverzüglich zu entfernen.

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Interessant übrigens, dass die WKO nichts mit Satire anfangen kann, strotzen doch die Methodenkataloge (Humanenergethik oder Tierenergethik) nur so vor Realsatire! Im Rahmen meines Rechtes auf freie Meinungsäußerung und des Rechtes auf Polemik und Satire, habe ich, nach Rücksprache mit einem Anwalt, den polemischen Beitrag selbstverständlich nicht entfernt! Auf meine Frage, welches freie Gewerbe mir zur Aufklärung der Konsumenten zur Verfügung stünde, erhielt ich leider bis dato keine Antwort von der Wirtschaftskammer. Auch meinen Kommentar, einer von mehreren Beschwerdekommentaren von FB Usern auf der Facebookseite der WKO, wurde mit wenigen Floskeln abgetan.

„Sie verkaufen einen Titel an Menschen, die wiederum gewerbliche Methoden verkaufen (Reiki, Bachblütentherapie, Aurareperatur etc.) deren Wirkung wissenschaftlich nicht bewiesen und größtenteils sogar widerlegt sind.

Tragen Sie auch die Verantwortung mit, wenn am Klienten, der erfahrungsgemäß den Energetiker häufig als Patient aufsucht, fehlbehandelt wird? Die, von der Fachgruppe der persönlichen Dienstleister für Gesundheit, vergebene Berufsbezeichnung „Humanenergethiker“ und die pseudowissenschaftlichen Praktiken suggerieren dem Konsumenten Linderung von physischen und psychischen Beschwerden.

Wer klärt diese „Klienten“ darüber auf, dass die Wirkung dieser „Behandlungen“ und Praktiken größtenteils widerlegt sind? Finden die Klienten Ihrer Energethiker auf der WKO Seite einen Hinweis darauf, dass man bei diesen „energetischen Behandlungen“ im besten Fall von einem Placeboeffekt ausgehen kann? Oder sind Ihre Energethiker dazu verpflichtet diese Fakten an deren Klienten weiterzugeben bevor sie dafür tief in die Tasche greifen müssen? Wie können Sie – bzw. wie kann irgendjemand die Qualität von etwas sichern das es gar nicht gibt?“ (gekürzt)

Anstatt einer Antwort auf meine Fragen erhielt ich den Gewerbeschein! 😉

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Kontrolliert werden die praktizierenden EnergethikerInnen übrigens nicht, was sich schon bei der Gewerbeanmeldung abzeichnet, bei der man neben dem Ausfüllen des GISA Formulars der zuständigen Bezirkshauptmannschaft lediglich einen Scan des Reisepasses mailen muss. Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, dass es nicht „Energetische Blockaden“ sind die Menschen zu Energethikern treiben, sondern physische oder psychische Probleme, was den Konsumenten zum Patienten macht, an dem beliebig (natürlich ohne Heilversprechen, wie brav betont wird) herumgemacht werden darf. Die Energethiker würden – Zitat der WKO NÖ auf ihrer Facebookseite „Unter Einhaltung ihrer Standesregeln – mit etablierten(!), gewerblich anerkannten Methoden eine garantiert qualitativ(!) hochwertige Arbeit machen und jeder Mensch solle selber für sich entscheiden, ob die Energethik für ihn eine wertvolle Alternative (Anmerkung: Alternative zu evidenzbasierten Medizin?) darstelle.“

Mein Anliegen ist es, darauf aufmerksam zu machen, wie einfach in Österreich jeder zum Placebokapitalisten werden kann – legal unter der schützenden Hand des BMWFW (Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft). Eines meiner Ziele ist, die Konsumenten mit meinem Projekt „MFSI-Humanenergethik“, aufzuklären und ordentlich an den Türen und Mail-Accounts der zuständigen Behörden zu rütteln.

Meine Website: http://mfsi-humanenergethik.npage.de/

Ich danke allen, die mich dabei so freundlich unterstützen.

Meine Website:

http://mfsi-humanenergethik.npage.de/

https://andreawalterblog.wordpress.com/2015/10/06/das-geschaeft-mit-der-scheinmedizin/

https://andreawalterblog.wordpress.com/2015/10/13/matrixgeburt-und-waldbabys-die-esoterische-romantisierung-des-geburtskanals/

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15 Kommentare zu “Ich.bin.Energethikerin.

  1. Wenn wir auch nur einmal den Fehler begehen und die Irrationalität ungehindert walten lassen, so befinden wir uns auf dem Weg zurück ins dunkle Mittelalter.

    Sch…. es ist schon so weit! mit staatl. Unterstützung!

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  2. „Unter Einhaltung ihrer Standesregeln – mit etablierten(!), gewerblich anerkannten Methoden eine garantiert qualitativ(!) hochwertige Arbeit machen…

    Aha, gewerblich anerkannte Methoden. Will wohl nur heissen, dass man für den Unsinn Rechnungen ausstellen darf.

    Achtung Ironie: als Rohrreiniger bin ich gewerblich anerkannt um mit dem Saugstöpsel Klos zu entstopfen. Das kann, im Gegensatz zum österreichischen Energethiker-Quatsch, beweisbar und nachprüfbar funktionieren.

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    • Genau. Kein freies Rohr – keine gute Arbeit. Schwieriger wäre es, wenn das Rohr und die Verstopfung nur Menschen mit dem 3. geöffneten Augen sehen könnten und sie dabei auf Methoden zurückgreifen würden, die nachweislich wirkungslos sind. 😉

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  3. Na dann….. herzlichen Glückwunsch! Aber dann dürfte ich jetzt bei dir offiziell meine Bio-Akkus aufladen. Ich hoffe Du hast deinen Kühlschrank gut gefüllt 😉

    Zudem bist Du bei den Skeptikern jetzt offiziell auch Kritikwürdig geworden. Bernd Harder darf ab jetzt auch deine Heilmethoden im Blog entmystifizieren *tztz

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    • R. Dahlke hat mal gesagt…oder war es R.Betz…nein, ich glaube es war Prinzessin Mariposas Einhorn aus dem Feenwald von Catania. Egal. „Kritik ist spirituell betrachtet Reibung. Durch Reibung ensteht Wärme, und in Wärme kann Liebe gedeihen.“

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