Home

Facebook-20160222-100601

Autor: Andrea Walter. Illustrationen: Andrea Walter

Energetische Behandlungen und Pseudomedizin boomen. Wer trendy, bio, alternativ und pädagogisch sein will, der geht zum Heilpraktiker, der will es im Einklang mit höheren Mächten, süß und sanft.

Vor allem Impfen gilt in den Kreisen alternativer Eltern als verpönt – ja, sogar als gefährlich. Hinter dem Impfübel soll die Pharma-Mafia stecken, die uns nicht nur fehlinformiert, sondern Studien fälscht, Viren und Krankheiten erfindet und die Wahrheit zurückhält. Nur die Elite ist im Besitz der unterdrückten Wahrheit: Netzfrauen, Kopp oder das Zentrum der Gesundheit.

 

Dass der dort verbreitete Humbug nicht nur skurril ist, sondern vor allen Dingen gefährlich werden kann, darüber hat PSIRAM bereits ausführlich berichtet. Trotzdem erfreuen sich derart verschwörerische Seiten großer Beliebtheit – bedienen diese Spekulationen doch auf so herrliche Weise unsere abenteuerlichen Phantasien. Echte Aufklärung, wie es beispielsweise das Robert Koch Institut zum Thema Impfen betreibt, kommt im Gegensatz zu den  reißerischen Thesen der Medizin-Basher emotionslos, kompliziert und langweilig daher. Ein weiteres Problem der seriösen Seiten im Web ist häufig, dass direkte Kontaktpersonen oft schwer zu erreichen sind, während die dubiosen Schwurbler leicht verfügbar sind.

 

Umso wichtiger ist die Arbeit kleiner, aufklärender Initiativen die nahe an den Menschen, nahe an deren Sorgen und Ängsten sind. Vor einigen Monaten habe ich, gemeinsam mit Dr. Michael Jachan, die Initiative „Kein Gewerbeschein für Humbug“ gegründet. Unser Ziel besteht in erster Linie darin, dass Konsumenten und Patienten vor den fragwürdigen Angeboten und Behandlungsmethoden österreichischer Energetiker geschützt werden. Wir betreiben Aufklärung, haben ein offenes Ohr für geschädigte Klienten der sogenannten „Human- und Tierenergetiker“ und vermitteln ehrenamtlich zu diversen Behörden, zu Sektenstellen oder zum Konsumentenschutzverband.

 

Eine noch sehr junge Initiative, die in den Deutschen Medien aber bereits riesige Wellen geschlagen hat, ist das „Informationsnetzwerk Homöopathie“. Geleitet wird dieses Netzwerk von der ehemaligen Alternativmedizinerin und Autorin Dr. Natalie Grams. Gemeinsam mit Dr. Norbert Aust will sie für die Homöopathie auch den Begriff „Pseudomedizin“ prägen – und sich für eine längst notwendige Änderung des Arzneimittelgesetzes einsetzen.

 

Ein Teil dieses Netzwerkes ist das von mir unterstützte Projekt „Susannchen braucht keine Globuli“. Diese Initiative soll vor allem junge Eltern und Familien erreichen und auf die Gefahren der Pseudomedizin aufmerksam machen. Neben Natalie Grams und Susanne Aust, sind wir eine kleinen Gruppe von Müttern aus pädagogischem und medizinischem Umfeld. Wir kennen die Sorgen und Bedenken junger Eltern, hinsichtlich der Gesundheit ihrer Sprösslinge. Susannchen – das Gesicht der Kampagne, will Eltern dazu anregen, die Gefahren der Selbstmedikation, der Pseudomedizin oder den Gang zum Heilpraktiker wohl zu überdenken, denn diese gut gemeinten Alternativen und Laienbehandlungen werden für Kinder häufig nicht zu zur Qual, sondern bergen auch weitgehend unterschätzte Gefahren.

 

Das Projekt „Susannchen braucht keine Globuli“ zieht bereits weite Kreise und stößt auf großes Interesse. Susanne Aust über Ziele und erste Erfolge der Kampagne: „Susannchen steht als kluges Mädchen für Eltern, die ihre Kinder ohne Esoterik, Aberglaube und Pseudomedizin kindgerecht informiert erziehen. Sie ist ein Mädchen, das nicht von klein auf mit überflüssigen Zuckerkügelchen angefüttert wird.

Facebook-20160222-100145

Dank Erfan Kasraie, dem Leiter der Abteilung für Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftsgeschichte bei ELMNA, erreicht Susannchen nun auch die persischsprachige Zielgruppe

 

Susannchen soll Eltern nicht nur dazu anregen, Informationen zu filtern, sondern ihnen auch dabei helfen, ihren Kindern, deren Alter entsprechend, den Unterschied zwischen bloßen Annahmen und Fakten zu erklären. Nach dem Motto: Kindern nicht sagen, was sie denken sollen, sondern ihnen vorleben, wie sie richtiges Denken erlernen können!

Im Informationszeitalter des Internets ist es wichtiger denn je, Kinder gut vorzubereiten und sie – ohne mahnend erhobenen Finger – auf die Problematik des Informations-Wirrwarrs vorzubereiten. Susannchen ist hierbei genau das sympathische, schlaue Mädchen, das mit der nötigen Portion Skepsis, dem Aufzeigen, welche Quellen wissenschaftlich und seriös sind, und mit dem nötigen Respekt denen gegenüber, die verworrenen Weltbildern unterliegen, als Vorbild agiert.

 

 

Für Susannchen-Fans gibt es eine T-Shirt Kollektion: http://shop.spreadshirt.de/skeptiker/

 

 

http://homoeopathie-neu-gedacht.blogspot.co.at/

http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/

http://homoeotology.com/

http://elmna.com/

https://andreawalterblog.wordpress.com/2016/01/10/hilfts-nicht-so-schadets-nicht-aber-ist-das-wirklich-so/

 

 

 

Advertisements

4 Kommentare zu “„Susannchen braucht keine Globuli“ – alle Hintergründe zur Kampagne!

  1. Pingback: Für Kinder: Susannchen und Max, die 2 Skeptikids | FSMoSophica

  2. Pingback: Kinder-Glaube-Skeptizismus | Science, Sex, Skurriles und Skeptizismus

  3. Pingback: Chemie für Kids – Und warum Chemie gar nicht so böse ist, wie alle sagen | Science, Sex, Skurriles und Skeptizismus

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s