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Autor: Andrea Walter

Unter den Naturwissenschaften hat vor allem die Chemie ein Imageproblem. Gelten Biologie, Physik oder Astronomie bei vielen Menschen als altbacken, kompliziert und öde, assoziiert man mit der Chemie Wörter wie „giftig“ und „künstlich“ oder man denkt an den nerdigen Mitschüler, der auch noch Spaß daran hatte und daran, wie man selber gerade so mit einer Vier durchgerutscht ist. Nein, mit den Naturwissenschaften will man aus vielerlei Gründen nichts zu tun haben, und mit der Chemie schon mal gar nicht.

Die Chemie ist ein wichtiger, unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens und für meinen Geschmack auch eines der spannendsten Teilgebiete der Wissenschaft. Alles Leben ist Chemie! Wir sind umgeben von chemischen Produkten und Vorgängen, oft ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Backen, Kochen, Haare färben, Fenster putzen, Wäsche waschen, Pflanzen düngen – das sind die alltäglichen chemischen Reaktionen komplexer Stoffumwandlungen. Selbst unser Körper ist ein wandelndes Chemielabor. Egal ob im Mund, Darm, Gehirn oder in den Eizellen – Ohne die chemischen Vorgänge wäre unser menschliches Dasein unmöglich.

Kinder sind geborene Naturwissenschaftler. Sie sind neugierig, lieben es zu beobachten, zu experimentieren und den Erwachsenen Löcher in den Bauch zu fragen. Wasser, Feuer, Sterne und Insekten – dafür begeistern sich schon die ganz Kleinen. Wird das Interesse für die Wissenschaften erhalten und gefördert, lässt sich auf diese Weise dem in der Bevölkerung ausgeprägten Desinteresse und dem Nichterkennen der Sinnhaftigkeit des naturwissenschaftlichen Unterrichtes in der Grundschule, entgegenwirken.

Bereits im Vorschulalter – der elementaren Bildungszeit –  nehmen Kinder an den Dingen ihrer Umgebung Anteil und versuchen, die Zusammenhänge ihres Umfeldes zu ergründen. Untersuchungen belegen, dass sogar schon bei Drei- bis Fünfjährigen die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen für einen Zugang zu naturwissenschaftlichen Phänomenen angelegt sind. Ein Grund, die Naturwissenschaften und vor allem auch die Chemie früh in unser Bildungssystem zu integrieren.

Ein weiterer, wichtiger Grund ist, dem Märchen von „guter Natur“ und „böser Chemie“ ein Ende zu setzen. Irrglaube, Chemieangst und Fehlinformationen sind mitunter der Grund, weshalb Menschen auf unsinnige Geschäftemachereien, Astrologen, Quacksalber oder auf die kruden Behauptungen von Impfgegnern und wirren Virenleugnern hereinfallen. Diesen Pseudowissenschaften und Scharlatanerien zu unterliegen, hat oft nichts mit Dummheit zu tun. Vielmehr liegt es daran, dass Interesse und Zugang zu den grundlegendsten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Funktionen fehlen. So ist es nachvollziehbar, dass das Fluorid in Zahnpasta, oder sogar das als Running Gag gedachte DHMO im Wasser, als große Gefahr für Gesundheit und Umwelt eingestuft werden.

Auch die Zutaten einer Bio-Tomate haben es – im wahrsten Sinne des Wortes –  in sich: Wasser, Zucker, Füllstoff Cellulose, Geschmacksverstärker Natriumglutamat, Farbstoffe E160a, E160d, E101, Geliermittel Pektin, Antioxidationsmittel E300, Säuerungsmittel E296, E330, natürliche Aromastoffe. (Quelle: BLL) Enthielten Obst und Gemüse ein Etikett, so würden Verschwörungstheoretiker garantiert bald von der „Obst- und Gemüsemafia“ warnen. Lebensmitteln werden schon seit jeher Stoffe zugesetzt, um sie haltbar zu machen, um sie zu aromatisieren oder um ihre Konsistenz zu verbessern. Rauch, Salz, Zitrone, Alkohol, Essig oder Honig sind gängige Zusätze, die ebenso wie andere Zutaten, nach der Zulassung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa die bekannten E-Nummern tragen. Natürlich findet man in Nahrungsmitteln auch künstlich eingebrachte Zusätze, die nicht notwendig wären. Es ist absolut legitim darüber zu diskutieren, aber eine sinnvolle Diskussion und eine sachliche Kritik sind, ohne das Verständnis dafür was Chemie überhaupt bedeutet, unmöglich.

Doch wie kann man Kinder nun für die schnöseligen Naturwissenschaften begeistern? Kinder mögen die Dinge gerne greifbar und anschaulich. Aber am liebsten mögen sie es, wenn es knallt, blitzt, kracht, spritzt, stinkt, schäumt und es eine richtige Sauerei gibt. Nichts eignet sich, zum Wecken der Leidenschaft für Chemie und andere Naturwissenschaften, besser als Experimente. Der Schlüssel zum Wecken des Interesses ist Spannung und Spaß und dazu braucht es oftmals nicht viele Zutaten.

Gemeinsam mit meinen eigenen Kindern habe ich ein paar der beliebtesten Experimente für Groß und Klein ausgewählt und ich werde sie an meinen Blogartikel etwas weiter unten anhängen.

Anhand von spannenden Experimenten kann das Leben erklärt werden und dem späteren Glauben an Pseudowissenschaften vorgebeugt werden. Und wer weiß, vielleicht wächst in deinem kleinen Forscher oder in deiner kleinen Forscherin bereits der/die große WissenschaftlerIn von morgen heran.

 

Viel Spaß und gutes Gelingen beim Experimentieren!

 

 

 

Yeah! Wir bauen einen Vulkan!

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Für den Brausevulkan benötigen wir folgendes:

Sand oder Pappmasché (Zeitungspapier, Tapetenkleister, Kübel)

1 kleines Glas

Plastilin oder Knete

Pipette oder Trinkhalm

Löffel

Backpulver

rote Lebensmittelfarbe

Essig und Spülmittel

 

Auch ein Brausevulkan hat einen Krater! Für diesen benötigt man folgendes:

1) Nimm eine kleine Menge vom Tapetenkleisterpulver und rühre diese an.

2) Das Grundgerüst des Kraters baust du am besten mit Karton. Vergiss aber nicht auf das Kraterloch.

3) Zerreisse nun ein Zeitungspapier bis du kleine Stücke hast. Auf die Papierstücke kommt nun der Tapetenkleister.

4) Jetzt kannst du den Krater mit den angekleisterten Papier bilden. Lasse oben Platz für das Glas.

5) Nachdem der Krater vollständig getrocknet ist, kannst du ihn mit Lack und Farbe veredeln.

 

Der Vulkanausbruch:

Nun ist es soweit. Stecke ein Glas in die Öffnung des Kraters und dichte den Rand am besten mit Knete ab. Vermische jetzt im Glas 2 Esslöffel Backpulver, etwas Spülmittel und einige Tropen von der roten Lebensmittelfarbe. Die Lebensmittelfarbe soll die Lava simulieren. Zum Schluss musst du noch den Essig mit der Pipette hinzufügen und kurz umrühren. Kommt der Essig mit dem Backpulver in Berührung tritt Kohlendioxid aus dem Pulver und es entsteht die gewünschte Reaktion in Form eines roten Schaumes der über den Krater des Brausevulkans läuft.

 

 

Potzblitz – wir bauen eine Streichholzrakete

streichholzrakete

Achtung: Nur im Freien verwenden!

 

Einen Streifen Alufolie ausschneiden und in der Mitte zusammen falten. In der Mitte des gefalteten Aluminiumstreifens ein Streichholz legen, so dass der Streichholzkopf genau auf der Mittellinie liegt. Anschließend eine dünne Nadel auf das Streichholz legen.

 

Dann die Alufolie über das Streichholz falten, gut festdrücken und die restliche Alufolie vollständig um das Streichholz wickeln. Anschließend kann die dünne Nadel entfernt werden. Aufpassen, dass dabei die Alufolie nicht an dieser Stelle eingedrückt wird.

 

Nun wird das Streichholz auf eine aufgeklappte Büroklammer gestülpt. Mit einem Feuerzeug an den Kopf des Streichholzes gehen und versuchen dass der Streichholzkopf sich entzündet.

 

Wenn sich das Streichholz entzündet entweicht der Druck durch die Aluminiumfolie und treibt das Streichholz in die Höhe.

 

 

Kotz! Würg! – Wir lassen Schimmel wachsen!

schimmel

 

Du brauchst:

ein kleines Stück Stoff

ein Einmachglas mit Deckel (oder ein Glas und Frischhaltefolie)

eine Schnur

eine kleine Pappfigur und Klebeband

 

Und so geht’s:

Stell die kleine Pappfigur in das Glas. Die Schnur legst du locker über die Glasöffnung und befestigst sie an beiden Seiten mit Klebeband.

 

Jetzt feuchtest du das Stück Stoff an und legst es wie ein Handtuch über das Seil, so dass es vollständig im Glas hängt.

Hat dein Glas einen Deckel, dann schließt du ihn. Ansonsten klebst du die Öffnung des Glases mit der Folie zu.Wenn du das Glas jetzt in die Sonne stellst, wirst du nach kurzer Zeit beobachten, wie sich kleine Tropfen an den Gläserwänden, auf der Pappfigur und innen am Glasdeckel bzw. an der Folie bilden.

 

Du kannst dir das so vorstellen: Das Wasser aus dem Stoffstück verdunstet durch die Wärme. Da die vielen kleinen Wassertropfen keine Möglichkeit haben, aus dem Glas zu entwischen, lagern sie sich einfach im Glas ab.

Das ist so, als wärst du in einem warmen Zimmer mit geschlossenen Fenstern, in dem ein Handtuch trocknet, Nudeln kochen oder in anderer Weise Wasser in die Luft steigt. Es wird also langsam feucht in dem warmen Raum. Darüber freuen sich die Schimmelsporen besonders und beginnen, zu sprießen.

 

 

Empfehlenswerte Bücher:

Das knallt dem Frosch die Locken weg (Mark Benecke) http://www.amazon.de/Das-knallt-dem-Frosch-Locken/dp/3789184373

Das verrückte Chemielabor (Andreas Korn-Müller) http://www.amazon.de/Das-verr%C3%BCckte-Chemie-Labor-Experimente-Kinder/dp/3737364796/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1458044016&sr=1-1&keywords=das+verr%C3%BCckte+chemielabor

 

Auch Susannchen ist ein von vielen schlauen Kids, denen man nicht so leicht was vormachen kann:

https://andreawalterblog.wordpress.com/2016/02/22/susannchen-braucht-keine-globuli-alle-hintergruende-zur-kampagne/

 

Über Susannchen und die SkeptiKids:

https://andreawalterblog.wordpress.com/2016/02/22/fuer-kinder-susannchen-und-max-die-2-skeptikids/

 

Besuche Susannchen und ihre Freunde Max und Bello auf ihrer Facebook-Seite:

https://www.facebook.com/susannchenbrauchtkeineglobuli/?fref=ts

 

Kinder-Glaube-Skeptizismus:

https://andreawalterblog.wordpress.com/2016/02/24/kinder-glaube-skeptizismus/

 

 

 

 

 

 

 

 

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3 Kommentare zu “Chemie für Kids – Und warum Chemie gar nicht so böse ist, wie alle sagen

  1. Ich war eine Niete im Chemie. Dieses Schicksal möchte ich meiner Tochter ersparen. Danke für die Anregungen! 🙂

    P.S. ein ganz, ganz toller Blog!!!!

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